Spielzimmer einrichten – nicht nur für (hyper)aktive Kinder

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Relativ schnell nach der Geburt unserer Zwillingsjungs wurde uns klar, dass wir es mit zwei besonders aktiven Exemplaren zu tun haben würden.

Phase 1: Bewegungsdrang eindämmen

Zunächst galt es also, einen sicheren Ort zu finden, wo die Jungs sich beschäftigen konnten, ohne sich oder andere in Gefahr zu bringen. Dieses Problem lösten wir erst einmal, indem wir den Aktionsradius der Zwillinge begrenzten und in der Mitte des Wohnzimmers einen großen Laufstall aufbauten. Den Boden darunter haben mit Puzzelmatten gepolstert, die wir auch heute noch (in unserem Spielzimmer, s. unten) verwenden.

Wir haben uns für das Modell von „one 4 all“ mit 7 Elementen plus Tür entschieden, da es aus Holz ist und bei Amazon gute Bewertungen bekommen hatte. Außerdem ist es flexibel erweiterbar.

Den gleichen Laufstall gibt es auch in weiß.

 

 

Wir hatten den Laufstall insgesamt fast 3 Jahre in Betrieb und sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Er ist robust, das Holz splittert nicht (auch nicht, wenn mal herzhaft hineingebissen wird) und er ist vielseitig verwendbar. Zunächst hatten wir den Laufstall wie auf dem Foto als Spielbereich für die Kinder aufgebaut, später haben wir mit einer Hälfte unser Bücherregal und mit der anderen unseren Kamin „geschützt“. Und in einem Jahr stand sogar der Weihnachtsbaum mal drin…

Bei den Puzzelmatten gibt es unzählige Anbieter. Wir haben uns für diese* schadstofffreie Matte entschieden, um auch bei kleinen Knabbereien auf der sicheren Seite zu sein.

Vorsicht, wenn Ihr Puzzelmatten bestellt: bei Amazon, Ebay und anderen Anbietern finden sich manchmal erfreulich preiswerte Matten. Achtet auf die Größe der Teile – es gibt diese Dinger auch in ganz winzig, was aber auf den Fotos nicht zu erkennen ist!! Die einzelnen Puzzelteile sollten ca. 30x30cm groß sein.

Phase 2: Bewegungsdrang kanalisieren

Spielzimmer einrichten

Nachdem die Zeit gekommen war, wo unsere bewegungsfreudigen Kinder das Gitter be- und überstiegen, mussten wir uns etwas anderes einfallen lassen, um unsere Wohnung vor dem Schlimmsten zu bewahren. Durch einen Blogpost bei meinesvenja über einen Kletterturm der Firma Eibe (hier der Link dazu) kamen wir auf die Idee, unseren Jungs ein Kletter- und Spielzimmer einzurichten. Die einzige Möglichkeit dazu war im Keller. So haben wir an einem Wochenende einen unserer beiden Kellerräume entmüllt, ein schon vorhandenes Klettergerüst von Moveandstic aus dem Garten in den Keller geräumt und uns an die Recherche für weitere geeignete Spielgeräte gemacht.

Das Ergebnis sehr Ihr hier:

Aufgrund unserer niedrigen Deckenhöhe haben wir uns letztendlich gegen den tollen Eibe-Kletterturm und für diesen Kletterdschungel aus Holz entschieden:

Der Kletterturm ist in Deutschland mit Holz aus heimischen Wäldern gefertigt und kann für Deckenhöhen zwischen 2m und 3,50m individuell bestellt werden.

Das ist zwar eine echt hochpreisige Anschaffung, lohnt sich aber total, wenn man überdurchschnittlich aktive Kinder zu Hause hat und ein bisschen auf Qualität und Nachhaltigkeit achten will. Wir haben das Spielzimmer nun seit über 3 Jahren in Betrieb und unsere Jungs spielen täglich dort unten.  Auch bei unserem Spielbesuch ist unser Spielekeller überaus beliebt.

Vom gleichen Hersteller gibt es den Kletterturm hier noch in einer etwas kleineren Version:

Wer nicht ganz so viel Geld für ein Klettergerüst ausgeben möchte, dem kann ich diesen Kletterturm empfehlen (Affiliate Link):

Er hat super Bewertungen bei Amazon-Kunden, sieht gut aus, ist vielfältig nutzbar und kostet weniger als die Hälfte des Holzturms.

Auch sehr beliebt ist diese einfache Sprossenwand aus Holz:

Den Boden des Spielzimmers haben wir wieder mit Puzzelmatten und Spielteppichen ausgelegt und nutzen zusätzlich zwei alte Matratzen (unter der Schaukel, Kletterseil und Hängematte) sowie Turnmatten an den Klettertürmen. Bei den Turnmatten empfehle ich Euch, diese nicht zu weich zu wählen, da man sonst nicht mehr gut darauf laufen und toben kann.

Als Schaukel hat sich bei uns ganz besonders die Hängematte bewährt. Unser Wirbelwind läßt sich (oder seinen Spielebesuch) darin eindrehen, um dann im Affentempo wieder auszudrehen – schon beim Zusehen wird mir schlecht, aber er liebt es und hat inzwischen eine ausgefeilte Technik entwickelt, um sich noch schneller zu drehen. Außerdem kann man sich im Gegensatz zu einer normalen Schaukel in allen Richtungen – quer und längs – hineinlegen, setzen, stellen…

Diese* Hängematte ist der Bestseller der Hängematten bei Amazon und hat super Bewertungen. Oftmals hat man aber auch noch eine zu Hause rumliegen, die man jetzt sinnvoll einsetzen kann.

Außerdem haben wir noch diese* Schaukel, an der man auch sehr gut einen Aufschwung üben kann:

Und diese* Kletterseile:
             

Zum Aufhängen der Hängematte und der anderen Seile und Schaukeln haben wir diese* Haken genutzt:

Sie sind bis 200kg belastbar. Dazu haben wir noch ein paar größere Karabiner bestellt.

Inzwischen haben wir an allen möglichen Stellen im Keller die Haken montiert, um bei den Schaukeln und Seilen variieren zu können.

Kletterturm von Moveandstick

Den Kletterturm von Moveandstic* haben wir schon sehr früh für den Garten angeschafft bzw. es war ein Taufgeschenk der Paten, das dann von Jahr zu Jahr um weitere Teile ergänzt wurde. Im Garten wurde der Turm dann aber nur leidlich genutzt und im Winter stellte sich jedes Mal die Frage, ob man ihn mühsam abbaut, um ihn vor dem Verwittern zu bewahren. Jetzt steht er im Spielzimmer und ist auch bei den Fünfjährigen noch extrem beliebt. Ganz besonders gerne nutzen unsere Beiden den Turm als Absprungrampe. Dafür stapeln sie Kissen und Decken unter dem Turm und lassen sich aus der Höhe hineinfallen. Oder sie montieren das Kletterseil direkt vor dem Turm (falsch: lassen montieren!) und nutzen es als „Liane“, um sich herunterzuschwingen und dann fallen zu lassen.

Hier seht Ihr einige Variationen des Kletterturms, wie man sie als Set kaufen kann:

Die auf dem letzten Foto abgebildete Kletterröhre von Moveandstic können wir allerdings nicht empfehlen. Sie ist sehr eng, recht steil und kantig – unsere Kinder haben sie aus diesen Gründen nicht genutzt.

Was von Anfang an ein echter Hit war, ist das Zubehörteil „Fenster„*:

 

Überhaupt lassen sich alle Teile auch als Einzelteile bestellen, so dass man die Klettertürme individuell zusammen- und immer wieder umbauen kann. Das System ist sehr einfach zu verstehen, so dass man auch ohne Anleitung bauen kann.

           

Die bunten Röhren werden durch die schwarzen Kupplungen miteinander verbunden. Die Platten werden lediglich eingesteckt und alles wird mit speziellen Schrauben befestigt.
Das Werkzeug zum Schließen und Öffnen dieser Schrauben wird mitgeliefert.

Das Tolle an dem Moveandstic-System ist, dass man die Teile ganz leicht umbauen und dementsprechend altersgerecht anpassen kann.  Ganz zu Anfang im Garten sah unser Kletterturm so aus:

Die Kletterröhre haben wir aus o.g. Gründen umgetauscht und statt dessen eine Rutsche angebaut.

Als wir den Spielturm dann in unseren Keller eigebaut haben, haben wir die Höhen der Plattformen zunächst auf die Körpergröße unserer damals Dreijährigen angepasst.

Nach und nach haben wir dann die Größe nach oben verändert und weitere Teile über Ebay Kleinanzeigen nachgekauft.

 

 

Kompatibel mit dem Moveandstic-System sind die Teile des Kletter- und Spieleturms der Firma Quadro.* Beide Systeme können gemischt genutzt werden; die Quadro-Pakete sind etwas teurer als die von Moveandstic. Wenn man Glück hat, findet man immer wieder Teile von beiden Systemen bei Ebay oder Ebay Kleinanzeigen – daher ist es sehr praktisch, dass man beides mischen kann.

Fazit

Im Ergebnis sind wir total glücklich, dass wir das Spielzimmer eingerichtet haben. Nicht nur unser ADHSler sondern auch sein „einfach nur so“ aktiver Bruder lieben diesen Raum und nutzen ihn fast täglich. Neben den Möglichkeiten zum Schaukeln, Klettern und Springen werden die Matten und Matratzen auch häufig einfach nur zum Spielen und Chillen genutzt.

Natürlich haben wir auch ein paar gemütliche Sitzgelegenheiten hineingebaut, damit die aufsichtführenden Erwachsenen es sich auch bequem machen können. Und ein netter Nebeneffekt ist, dass wir nicht so viel Platz im Keller haben, um Dinge abzustellen, die man eigentlich gar nicht mehr braucht….

(*bei den Amazon-Links in diesem Beitrag handelt es sich um sog. Affiliate Links. Wenn Ihr auf diese Links klickt und etwas kauft, bekomme ich dafür ein paar Cent (Ihr zahlt natürlich nicht mehr!), um meinen Blog zu finanzieren. )

3 Kommentare

  1. Wow, euer Spielzimmer sieht richtig toll aus! Meine Kinder haben auch einen sehr starken Bewegungsdrang, der sich aber nicht nur in viel Bewegung sondern gleichzeitig auch in großem Lärm ( vor allem Gebrülle) äußert . Da bin ich immer ganz froh, wenn sich diese „wilden Spielanfälle“ meiner Kleinen nach draußen in den Garten verlagern lassen. Ein Zimmer in so ein Kletterparadies wie eures zu gestalten, ist eine echt tolle Leistung! Wir haben dasselbe im Garten errichtet – also einen Spielturm mit Rutsche und Stelzenhaus. Die haben wir größtenteils hier bestellt https://www.spielgeraete-discount.de und alle Spielgeräte miteinander verbunden. Eine Schaukel soll aber auch noch dazu kommen. Hilft dieses Spielzimmer denn, dass dein ADHSler etwas ruhiger wird? Meine Kinder werden durch die Spielgeräte gefühlt noch wilder und risikofreudiger, aber zumindest sind sie am Abend ruhiger und die berüchtigten Wutanfälle sind sehr viel weniger geworden… liebe Grüße

    1. Danke für die schöne Rückmeldung!
      Bei uns hilft das Zimmer in erster Linie, Bewegungsdrang und Lärm (ja, genau! Rat mal, warum mein Blog so heißt wie er heißt….;-) zu kanalisieren. „Ruhiger“ wird unser Flummi dadurch nicht wirklich. Aber er kann sich austoben, ohne dass immer einer mit ihm raus (z.B. zum Fahrradfahren oder auf den Spielplatz) oder ihn ununterbrochen im Auge behalten muss. Das Spielzimmer ist mehr oder weniger „kindersicher“ eingerichtet, was uns in der restlichen Wohnung (offene Küche, etc.) nicht vollständig gelingt. Bei „normalen“ Kindern wird das mit der „Kindersicherheit“ ja irgendwann weniger relevant, bei so einem ADHSler bleibt das auch noch mit 5 Jahren ein wichtiger Faktor. Sowohl zu Hause als auch in der Kita kann man ihn keine 30 Sekunden aus den Augen lassen, da er so gut wie nie normal „spielt“ sondern immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist….

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