Verhinderungspflege Abrechnungsformular

Wer mindestens Pflegegrad 2 hat, kann Verhinderungspflege abrechnen. Im Folgenden stelle ich Euch ein Verhinderungspflege Abrechnungsformular zur Verfügung. Dieses könnt Ihr für die Abrechnung von Verhinderungspflege bei allen Krankenkassen nutzen.

Grundlagen für die Abrechnung von Verhinderungspflege

Die rechtlichen Regelungen für die Beantragung und Abrechnung von Verhinderungspflege finden sich in § 39 SGB XI. Dieser Paragraph regelt die Verhinderungspflege gesetzlich. Ausführungen und Erklärungen dazu findet man in den Richtlinien des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-Spitzenverband), in den Ausführungen zu § 39 SGB XI.

Die Krankenkassen haben in der Regel Anträge bzw. Abrechnungsformulare für Verhinderungspflege, die sehr unterschiedlich ausgestaltet sind.  Diese kann man sich entweder zuschicken lassen oder auf der Homepage herunterladen. Hier findet Ihr eine Auswahl an Formularen der größten gesetzlichen Versicherungen:

AOK
DAK
Barmer
TKK 
IKK classic
KKH
Knappschaft

Allerdings handelt es sich hierbei überwiegend um Antragsformulare, wo man nichts abrechnen kann. Die Krankenkassen möchten, dass man diese Anträge vorab zusendet und schicken dann die Abrechnungsformulare zu, in denen man geleistete Stunden und Ausgaben einträgt. Viele Krankenkassen behaupten auch, dass man diese Antragsformulare vorab übersenden muss, um Verhinderungspflege abrechnen zu können.

Dazu ist es wichtig zu wissen, dass

  1. die Verhinderungspflege nicht vorher beantragt werden muss und
  2. dass dies deshalb Sinn macht, weil es ja sein kann, dass man wegen Krankheit oder aus anderen Gründen kurzfristig verhindert ist und dann eine Ersatzpflegeperson braucht. Wenn ich dann die VHP erst noch beantragen (und genehmigen) lassen müsste, bevor ich sie nutzen kann, hätte dieses Instrumentarium seinen Sinn verloren.

Daher legen die Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes fest, dass die VHP nicht vorab beantragt werden muss (wenn Ihr oder Eure Krankenkasse die rechtliche Grundlage dazu wissen wollen, findet Ihr hier den entsprechenden Text der Richtlinie).

Regelmäßig fragt die KK in diesem Antrag auch ab, wer wann die Verhinderungspflege machen wird. Diese Angaben kann man vorab wissen (z.B. ich beabsichtige, während eines Urlaubs oder Krankenhausaufenthaltes eine VHP einzusetzen und weiß schon lange vorher, wann das ist und wer die VHP machen wird) – ganz oft weiß man das jedoch erst kurzfristig vorher (z.B. ich erfahre, dass ich am kommenden Tag ausnahmsweise länger arbeiten muss und frage meine Nachbarin, ob sie zwei Stunden auf mein behindertes Kind aufpassen kann).

Rechtlich gesehen muss jedoch für alle Leistungen aus dem Sozialgesetzbuch (SGB) ein Antrag gestellt werden. Bei der Verhinderungspflege ist aus den oben genannten Gründen die Abrechnung gleichzeitig der Antrag:  Man beantragt die Erstattung der ausgelegten Gelder (oder aber die Zahlung der schon geleisteten Verhinderungspflege direkt auf das Konto der Ersatzpflegeperson).

Mehr grundlegende Infos zur Verhinderungspflege findet Ihr übrigens hier.

Welches Formular soll ich denn jetzt wann ausfüllen?

Die Rechtslage ist ziemlich klar: Ihr müsst keinen Antrag vor der Nutzung/Durchführung von Verhinderungspflege stellen und es gibt auch keine rechtliche Vorgabe, ob ein und welches Formular zu nutzen ist. Ihr könntet also auch, nachdem die VHP stattgefunden hat, per Hand alle notwendigen Angaben auf einen Zettel (theoretisch kann es auch ein Bierdeckel oder eine Serviette sein… 🙂 ) schreiben, unterschreiben (lassen) und wegschicken. Das Problem fängt aber schon damit an, dass Ihr nicht genau wisst, welche Angaben wichtig sind und welche nicht. Und viele Kassen verarbeiten ihre Formulare elektronisch und bestehen daher darauf, dass Ihr diese nutzt. Da könntet Ihr Euch jetzt dagegen wehren („wo steht, dass ich dieses Formular nutzen muss?“). Ihr müsstet im Zweifel klagen, würdet wahrscheinlich auch gewinnen, habt dann aber viel Arbeit und es dauert lange. Deshalb ist es in der Regel ratsam, einen Weg zu finden, der Euch nicht unnötige Arbeit macht und die Krankenkasse trotzdem zufrieden stellt. Hier passt dieses Sprichwort „Recht haben heisst nicht immer auch Recht bekommen„. Daher rate ich persönlich immer folgendes:

Füllt den Antrag auf Verhinderungspflege Eurer Kasse oder den, den ich unten angehängt habe, einmalig aus und schreibt als Datum der Verhinderungspflege „01.01. bis 31.12. (oder: bis auf weiteres)“ rein. Bei den Angaben zur Pflegeperson gebt Ihr eine Person an, wenn klar ist, wer zukünftig die VHP macht. Oder ihr lasst auch dies offen und schreibt sowas rein wie „wird im Einzelfall entschieden“. Dies könnt Ihr entweder zum Anfang eines jeden Jahres machen (so wollen das die meisten Krankenkassen haben) oder dann, wenn Ihr das erste Mal VHP abrechnen wollt. Und dann hängt Ihr an den Antrag die zweite Seite meines unten anhängenden Abrechnungsformulars an. Dort tragt ihr die Zeiten der VHP ein und die Ausgaben (z.B. für jeden Monat eine separate Seite) und schickt das zusammen mit dem Antrag zur Krankenkasse. Ihr könnt natürlich auch eine eigene Excel-Tabelle mit den Angaben zur Verhinderungspflege machen (Datum, Stundenzahl – manche KK wollen auch genau wissen von wann bis wann  – und was Ihr dafür bezahlt habt). Dann unterschreibt das die Pflegeperson und die Person, die die VHP gemacht hat.

Oder Ihr wartet, bis die KK Euch ein Abrechnungsformular zuschickt, kopiert dieses und nutzt es dann immer wieder.

Verhinderungspflege Abrechnungsformular

Für die Abrechnung von Verhinderungspflege haben die meisten Krankenkassen Formulare, die mehr oder weniger sinnvolle (und teilweise datenschutzrechtlich sehr fragwürdige) Informationen von Euch verlangen.

Ich habe Euch daher ein Verhinderungspflege Abrechnungsformular erstellt, das meines Erachtens alle Daten enthält, die die Krankenkassen für die Abrechnung braucht. Die ersten Seite ist der Antrag und enthält die Daten, die die Krankenkassen in der Regel wissen wollen. Die zweite Seite ist dann die Abrechnung selbst, wo man angibt, wann VHP gemacht wurde und wieviel diese gekostet hat. Dieses Abrechnungsformular am Ende des Beitrags könnt Ihr Euch  herunterladen und ausdrucken.

Wer genauer wissen möchte, welche Informationen warum und wie im Abrechnungsformular angegeben werden müssen, dem empfehle ich die Lektüre meines Beitrags „Verhinderungspflege – was ist das?„.

Natürlich gibt es noch Besonderheiten, die in meinem Formular nicht erfasst sind (z.B. die Zahlung soll nicht auf das Konto gehen, wo auch das Pflegegeld hingeht, sondern auf ein anderes Konto oder auf das Konto der VHP-Person. Oder Ihr macht Verdienstausfall oder Reisekosten geltend). Dann müsst Ihr ggf. noch ein extra Blatt dazu machen, wo Ihr das drauf schreibt.

Hier findet Ihr die Abrechnungsformulare (Seite 1: Antrag, S. 2: Abrechnung) im Word Format (z.B. zum Ausfüllen am PC) und als PDF (zum Ausdrucken und mit der Hand ausfüllen):

Verhinderungspflege Abrechnungsformular Word

Verhinderungspflege Abrechnungsformular PDF

Wichtig noch: Wenn die Gefahr besteht, dass der zu Pflegende verstirbt, ist es ratsam, die Verhinderungspflege vorab zu beantragen. Will man nämlich VHP nach dem Tod des zu Pflegenden abrechnen, ist man nur dann auf der rechtlich sicheren Seite, wenn man vorher einen Antrag gestellt hatte. Dazu habe ich einen eigenen Blogbeitrag verfasst:

Abrechnung von Verhinderungspflege nach dem Tod des zu Pflegenden

3 Kommentare

  1. Hey, was kann man tun, wenn die Kasse meint, sie zahle die Rechnung eines Dienstes nicht über verhinderungspflege, da in der Rechnung SGB 45 b ( also Entlastungsleistungen ) berechnet werden….??
    Der 45b ist aber ausgeschöpft. Der Überhang wurde privat gezahlt. Den möchte ich über VHP erstattet haben….

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